Encyclia lancifolia × Epicattleya Miva Etoile ist eine auffällige Orchideenhybride mit dunkelweinroten bis fast schwarz-violetten Blüten. Die schmalen Blütenblätter hängen wie Arme um die markante Lippe, wodurch die Blüten an einen kleinen Tintenfisch oder Oktopus erinnern. Zudem duften sie intensiv und können sich über einen längeren Zeitraum nacheinander am selben Blütenstiel öffnen.
Die Kombination aus der besonderen Blütenform, der tiefen Farbe und dem ausgeprägten Duft macht diese Orchidee interessant für Sammler, die etwas anderes suchen als eine klassische großblütige Cattleya. Dabei bleibt der Pflanzenkörper relativ kompakt, obwohl die Blütenstiele deutlich über das Blatt hinausragen können.
Name und Taxonomie
Die pflanze wird im Handel als Encyclia lancifolia × Epicattleya Miva Etoile angeboten. Aufgrund verschiedener botanischer Neuklassifizierungen sind beide Namen inzwischen jedoch veraltet.
Encyclia lancifolia gilt heute als Synonym von Prosthechea cochleata. Auch der andere Elternteil, Epicattleya Miva Etoile Noire, wird unter dem modernen Namen Guarechea Miva Etoile Noire geführt. Dieser Elternteil ist wiederum eine Primärhybride zwischen Guarianthe bowringiana und Prosthechea cochleata.
Die vollständige Kreuzung ist als Guarechea Black Comet registriert. Daher besteht der genetische Hintergrund zu etwa drei Vierteln aus Prosthechea cochleata und zu einem Viertel aus Guarianthe bowringiana. Dies erklärt sowohl die charakteristische, tintenfischartige Blütenform als auch den dunkelvioletten Farbton.
Da viele Liebhaber und Züchter noch immer den älteren Namen verwenden, bleibt „Encyclia lancifolia × Epicattleya Miva Etoile“ ein wichtiger Such- und Handelsname.
Herkunft
Es handelt sich um eine künstlich gezüchtete Orchideenhybride, die daher kein eigenes natürliches Verbreitungsgebiet hat. Die Elternarten stammen aus den tropischen Regionen Nord-, Mittel- und Südamerikas.
Prosthechea cochleata wächst von Südflorida und der Karibik über Mexiko und Mittelamerika bis in den Norden Südamerikas. Die Art wächst dort hauptsächlich als Epiphyt auf Bäumen. Guarianthe bowringiana kommt von Natur aus vom Süden Mexikos bis nach Honduras vor und wächst unter anderem auf Felsen und an hellen Standorten in feuchten Tropengebieten.
Für die Pflege bedeutet dieser Hintergrund, dass die Hybride einen hellen Standort, warme bis gemäßigte Temperaturen und regelmäßige Bewässerung bevorzugt. Gleichzeitig müssen die Wurzeln ausreichend Luft erhalten und zwischen zwei Bewässerungen etwas austrocknen können.
Merkmale
Die pflanze wächst sympodial und bildet kräftige, abgeflachte bis leicht spulenförmige Pseudobulben. An der Spitze jeder ausgewachsenen Pseudobulbe erscheinen ein oder mehrere längliche, ledrige Blätter. Neue Triebe entstehen aus der Basis älterer Pseudobulben, wodurch sich die pflanze allmählich über den Topf ausbreitet.
Der Blütenstiel entspringt aus der Spitze einer ausgewachsenen Pseudobulbe. An diesem Stiel können nacheinander mehrere Blüten erblühen. Die Blüten haben in der Regel eine dunkle weinrote, rotviolette oder fast schwarzviolette Farbe. Wie dunkel sie tatsächlich wirken, hängt vom jeweiligen Exemplar, dem Alter der Blüte und den Lichtverhältnissen ab. Bei hellem Tageslicht werden meist eher rot-violette Nuancen sichtbar, während die Blüten bei indirektem Licht fast schwarz wirken können.
Charakteristisch ist die nicht resupinierte Blütenform. Dadurch befindet sich die auffällige Lippe oben statt unten an der Blüte. Die schmaleren Kelch- und Kronblätter hängen darunter, wodurch die Blüte ihr typisches, tintenfischartiges Aussehen erhält.
Auch der Duft ist ein wichtiger Teil der Anziehungskraft. Dieser kann vor allem tagsüber und bei etwas wärmeren Temperaturen deutlich wahrnehmbar sein. Die genaue Intensität und das Dufterlebnis können je nach pflanze und Blütenphase variieren.
Pflege
Diese Hybride ist im Allgemeinen pflegeleichter, als ihr ausgefallenes Aussehen vermuten lässt. Sie vereint die Wuchskraft von Prosthechea cochleata mit der Farbpracht und Blütenfülle von Guarianthe bowringiana. Damit ist sie eine gute Wahl für Liebhaber, die den ersten Schritt von gewöhnlichen Wohnzimmerorchideen hin zu botanisch anmutenden Cattleya-Verwandten machen möchten.
Die wichtigsten Punkte sind ausreichend Licht, ein luftiges Substrat und eine dem aktiven Wachstum angepasste Bewässerung. Ein zu dunkler Standort führt oft zu gesunden Blättern, aber zu wenigen oder gar keinen Blüten. Ein ständig feuchtes Substrat kann hingegen die Wurzeln schädigen.
Licht
Geben Sie dieser Orchidee viel helles, gefiltertes Licht. Eine für Cattleya-Arten geeignete Lichtintensität ist ein guter Ausgangspunkt. Direkte Morgen- oder Abendsonne wird in der Regel gut vertragen und trägt dazu bei, dass die Pseudobulben kräftig ausreifen. Schützen Sie die Blätter an heißen Sommertagen jedoch vor der grellen Mittagssonne hinter einer Glasscheibe.
Bei ausreichender Beleuchtung bleiben die Blätter mittelgrün und es bilden sich kompakte, kräftige Pseudobulben. Eine leichte rot-violette Verfärbung kann bei starker Beleuchtung normal sein. Werden die Blätter hingegen sehr dunkelgrün und langgestreckt, steht die pflanze wahrscheinlich zu dunkel, um zuverlässig zu blühen.
Ein nach Osten oder Westen ausgerichtetes Fenster ist oft geeignet. Bei einem nach Süden ausgerichteten Fenster ist ein leichter Sonnenschutz während der heißesten Stunden ratsam. Unter Pflanzenlampen kann die Orchidee relativ nah an der Beleuchtung platziert werden, sofern die Blätter nicht überhitzt werden.
Temperatur
Eine warme bis gemäßigte Kultur eignet sich am besten für diese Hybride. Tagsüber sind etwa 20 bis 28 °C geeignet, während die Temperatur nachts auf etwa 15 bis 19 °C sinken darf. Dieser Unterschied zwischen Tag und Nacht unterstützt die Reifung neuer Pseudobulben und kann die Blütenbildung anregen.
Die pflanze verträgt vorübergehend höhere Temperaturen, sofern die Luft zirkuliert und die Wurzeln nicht vollständig austrocknen. Bei Temperaturen über 30 °C muss besonders auf Belüftung und Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Längeres Kalt- und Nasshalten ist schädlicher als eine kurze Warmphase.
Substrat und Anbaumethode
Ein luftiges Epiphyten-Substrat ist wichtig. Eine Mischung aus mittelgroßer Orchideenrinde mit Bimsstein, Perlit oder Holzkohle versorgt die Wurzeln ausreichend mit Sauerstoff und bleibt nicht zu lange feucht. Eine kleine Menge feuchtigkeitsspeichernden Materials kann hinzugefügt werden, wenn die pflanze in einem warmen, trockenen Wohnzimmer steht, aber das Substrat darf niemals verdichten.
Die angebotene ausgewachsene pflanze steht in einem 12-Zentimeter-Topf. Wählen Sie beim Umtopfen keinen viel größeren Topf, da eine zu große Menge Substrat um das begrenzte Wurzelsystem herum zu langsam austrocknet. Sorgen Sie lediglich für ausreichend Platz für ein oder zwei neue Wachstumsrichtungen.
Prosthechea-ähnliche Wurzeln reagieren empfindlich auf altes, verrottetes Substrat und auf unnötige Störungen. Topfen Sie die Pflanze daher vorzugsweise um, wenn neue Wurzelspitzen an der Basis eines jungen Triebs erscheinen. Zu diesem Zeitpunkt kann sich die pflanze am schnellsten im frischen Substrat etablieren.
Setzen Sie die Basis der Pseudobulben auf oder knapp über das Substrat. Wenn junge Triebe zu tief gepflanzt werden, sammelt sich leicht Wasser um die Wachstumspunkte herum.
Luftfeuchtigkeit
Eine Luftfeuchtigkeit zwischen etwa 50 und 70 Prozent ist in der Regel ausreichend. In einem warmen Gewächshaus oder Pflanzenraum darf diese höher sein, solange eine sanfte Luftzirkulation gewährleistet ist.
In einem normalen Wohnzimmer ist eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit nicht erforderlich. Eine offene Aufstellung mit guter Belüftung ist sogar sicherer als ein geschlossener, ständig feuchter Raum. Stellen Sie die pflanze nicht direkt neben andere Pflanzen, wenn Blätter und junge Triebe nach dem Gießen lange feucht bleiben.
Gießen
Gießen Sie während der Entwicklung neuer Triebe und Wurzeln reichlich. Befeuchten Sie das gesamte Substrat und lassen Sie überschüssiges Wasser anschließend gut ablaufen. Warten Sie anschließend, bis die Mischung größtenteils getrocknet ist, bevor Sie erneut gießen. Die Pseudobulben sollten prall bleiben und sich nicht stark schrumpeln.
Sobald die neuen Pseudobulben ausgewachsen sind, kann die Bewässerung etwas reduziert werden. Die pflanze benötigt jedoch keine strenge, vollständig trockene Ruhephase. Vor allem wenn ein Blütenstiel aktiv weiterwächst, ist es wichtig, die pflanze nicht über einen längeren Zeitraum austrocknen zu lassen.
In den dunklen Wintermonaten trocknet das Substrat langsamer aus und es wird weniger Wasser benötigt. Überprüfen Sie daher den Topf, anstatt einem festen Bewässerungsplan zu folgen. Verwenden Sie vorzugsweise weiches Wasser und gießen Sie morgens, damit junge Triebe und Blattachseln über Nacht trocknen können.
Düngung
Während der aktiven Wachstumsphase kann regelmäßig ein verdünnter Orchideendünger verabreicht werden. Eine viertel bis halbe Dosis einmal alle ein bis zwei Wochen ist in der Regel ausreichend. Wenn die pflanze im Winter kaum wächst, kann die Düngung reduziert werden.
Spülen Sie das Substrat zwischendurch mit sauberem Wasser, um angesammelte Düngesalze zu entfernen. Dies ist besonders bei hartem Leitungswasser wichtig, da die feinen, aktiven Wurzelspitzen empfindlich auf eine zu hohe Salzkonzentration reagieren können.
Blüte
Eine der attraktivsten Eigenschaften dieser Hybride ist die lang anhaltende, fortlaufende Blüte. Die Blüten öffnen sich nicht unbedingt alle gleichzeitig. Stattdessen kann der Blütenstiel an der Spitze weiterwachsen und über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg neue Knospen bilden.
Schneiden Sie einen grünen Blütenstiel daher nicht ab, nachdem die ersten Blüten verblüht sind. Solange die Spitze grün und lebendig bleibt, kann der Stiel weiterwachsen. Entfernen Sie ihn erst, wenn er vollständig braun und trocken geworden ist.
Die Blütezeit kann unter europäischen Bedingungen im Frühjahr, Sommer oder Herbst liegen. In einem stabilen, hellen Gewächshaus oder Pflanzenraum kann die pflanze auch zu anderen Zeiten blühen. Ein ausgewachsenes Exemplar mit mehreren voll entwickelten Pseudobulben kann zudem mehrere Blütenstiele bilden, wodurch sich die gesamte Blütezeit erheblich verlängert.
Die Blütenfarbe kann bei dieser Hybride variieren. Einige Exemplare blühen dunkelweinrot, während andere einen tief violettbraunen bis fast schwarzen Eindruck vermitteln. Auch die Breite der Lippe und die Länge der herabhängenden Blütenteile können leicht variieren.
Pflegeaufwand
Diese Orchidee hat einen mittleren Pflegeaufwand, ist aber unter den außergewöhnlicheren Orchideenhybriden relativ anspruchslos. Mit ausreichend Licht und einem luftigen Substrat eignet sich die pflanze auch für Liebhaber, die bereits etwas Erfahrung mit Phalaenopsis oder Cattleya hat und etwas Ungewöhnlicheres ausprobieren möchte.
Die angebotenen Exemplare sind ausgewachsen und daher weit genug entwickelt, um unter geeigneten Bedingungen zu blühen. Die Pflanzen wurden kürzlich importiert, bei uns gestärkt und weisen aktives Wurzelwachstum auf. Stellen Sie die pflanze daher nach Erhalt zunächst an einen stabilen Standort. Topfen Sie sie erst um, wenn das Substrat dies tatsächlich erfordert oder wenn das neue Wurzelwachstum deutlich eingesetzt hat.
Je nach gewählter Variante wird die pflanze Blüte oder nicht-Blüte geliefert. Ein nicht-Blüte Exemplar kann nach der Umstellung auf eine neue Umgebung zunächst Energie in Wurzeln und neue Triebe stecken, bevor ein nächster Blütenstiel erscheint.
Für wen ist diese pflanze geeignet?
Diese Hybride eignet sich besonders für Liebhaber dunkel gefärbter, duftender Orchideen und für Sammler, die ausgefallene Blütenformen schätzen. Die fast schwarze Farbe und die tintenfischartigen Blüten machen die pflanze zu einem Blickfang, ohne dass dafür eine riesige Orchidee erforderlich ist.
Zudem ist sie eine interessante Wahl für alle, denen eine lang anhaltende Blüte wichtiger ist als ein einziger kurzer, massiver Blütehöhepunkt. Da neue Blüten nacheinander am selben Stiel erscheinen können, bleibt die pflanze oft über einen längeren Zeitraum attraktiv.
Wer ausschließlich große, runde Cattleya-Blüten sucht, wird diese Hybride möglicherweise als zu eigenwillig empfinden. Auch für eine dunkle Fensterbank ist sie weniger geeignet, da ohne ausreichend Licht die Blühwahrscheinlichkeit stark abnimmt. Für eine helle Wohnung, einen Wintergarten oder ein Gewächshaus ist sie hingegen eine robuste und relativ pflegeleichte Sammlerpflanze.
Erfahrungen mit der Haltung im Haus oder Gewächshaus
Im Haus steht die pflanze am besten in der Nähe eines hellen Fensters. Berücksichtigen Sie dabei den Blütenstiel, der deutlich höher werden kann als der kompakte Pflanzenkörper. Eine leichte Stütze verhindert, dass sich ein langer Stiel verbiegt oder am Fenster anliegt.
In einem Gewächshaus kann die pflanze zwischen den warm- bis mäßigwüchsigen Cattleya- und Prosthechea-Arten platziert werden. Dort profitiert sie von viel gefiltertem Licht, einer höheren Luftfeuchtigkeit und guter Luftzirkulation. Dadurch können ausgewachsene Pflanzen pro Jahr mehrere kräftige neue Triebe bilden.
Für ein traditionelles, geschlossenes Terrarium ist diese Hybride weniger geeignet. Die Größe der ausgewachsenen pflanze, die längeren Blütenstiele und das Bedürfnis nach einem zwischenzeitlich austrocknenden Wurzelbereich passen besser zu einem offenen Pflanzenraum, einem Wintergarten oder einem gut belüfteten Gewächshaus.
Zusätzlicher Pflegetipp
Lassen Sie einen verblühten, aber noch grünen Blütenstiel immer an der pflanze sitzen. Gerade die Fähigkeit, den Stiel weiter zu verlängern und nacheinander neue Blüten zu öffnen, sorgt für die lange Blütezeit dieser Hybride.
Achten Sie gleichzeitig auf die Basis neuer Triebe. Sobald dort frische grüne oder weiße Wurzelspitzen erscheinen, beginnt die wichtigste Wachstumsphase. Das ist der richtige Zeitpunkt, um regelmäßiger Wasser und Dünger zu geben und, falls nötig, die pflanze umzutopfen.
Kurze Produktbeschreibung
Encyclia lancifolia × Epicattleya Miva Etoile, heute als Guarechea Black Comet registriert, ist eine ausgewachsene Orchideenhybride mit duftenden, dunkelweinroten bis fast schwarz-violetten Blüten. Die tintenfischartigen Blüten können sich über einen langen Zeitraum hinweg nacheinander am selben Blütenstiel öffnen. Eine besondere, aber relativ pflegeleichte Wahl für eine helle Fensterbank, ein Wintergarten oder ein Gewächshaus.