Epipremnum sp. „Bali Hanoman“ ist eine besondere Kletter-Aronstabgewächsart, die vor allem wegen ihrer weiß-grün marmorierten Blätter und ihrer auffälligen Entwicklung im Laufe des pflanze gesammelt wird. Junge Exemplare tragen noch relativ kompakte, wenig eingeschnittene Blätter. Wenn die pflanze anschließend emporklettern kann und mit ihren Luftwurzeln guten Halt findet, können die neuen Blätter immer länger und ausgewogener in ihrer Form werden.
Daher ist „Bali Hanoman“ kein pflanze, das bereits am ersten Tag seinen vollen Charakter zeigt. Gerade der Übergang von einer jungen Ranke zu einem kräftigen Kletterexemplar mit größeren, manchmal eingeschnittenen Blättern macht einen wichtigen Teil des Sammlerwerts aus. Zudem ist jedes Blatt anders gezeichnet, wodurch das Verhältnis zwischen Dunkelgrün, Hellgrün, Creme und Weiß je nach pflanze und Wachstumsphase variieren kann.
Name und Taxonomie
Die korrekte Handelsbezeichnung lautet Epipremnum sp. „Bali Hanoman“. Die Abkürzung sp. wird verwendet, wenn ein pflanze zwar der Gattung Epipremnum zugeordnet werden kann, die genaue Art jedoch noch nicht offiziell bestimmt wurde. „Bali Hanoman“ ist daher kein offiziell veröffentlichter botanischer Artname.
Im Pflanzenhandel wird diese Form manchmal als Epipremnum pinnatum „Bali Hanoman“ angeboten. Dafür gibt es jedoch noch keine ausreichende taxonomische Grundlage. Obwohl die ausgewachsenen Blätter Merkmale entwickeln können, die an E. pinnatum erinnern, ist es botanisch gesehen sorgfältiger, die pflanze vorläufig als Epipremnum sp zu bezeichnen. „Bali Hanoman“ zu bezeichnen.
Herkunft
Der Name „Bali Hanoman“ bezieht sich auf Bali und den Namen Hanoman, die balinesische und javanische Form von Hanuman. Da diese pflanze jedoch nicht formal botanisch beschrieben ist, lässt sich ihr ursprüngliches natürliches Verbreitungsgebiet nicht mit derselben Sicherheit bestimmen wie bei einer anerkannten Wildart. Es ist daher sinnvoller, Bali als Teil des Handelsnamens zu betrachten und nicht automatisch als wissenschaftlich belegtes Herkunftsgebiet anzusehen.
Klar ist jedoch, dass die pflanze das typische Wachstumsverhalten einer tropischen Kletter-Aronstabgewächsart aufweist. Die Ranke bildet an jedem Knoten Luftwurzeln aus, mit denen sie sich an Stämmen und anderen feuchten Oberflächen festhalten kann. Sobald diese Wurzeln dauerhaften Kontakt mit einer geeigneten Kletterhilfe herstellen, wandelt sich das Wachstum meist von einer dünnen, suchenden Ranke zu einer kräftigeren, ausgewachsenen Wuchsform.
Merkmale
Junge Blätter sind in der Regel herzförmig bis länglich und haben einen glatten Blattrand. Die Zeichnung besteht aus unregelmäßigen Wolken, Sprenkeln und marmorierten Bereichen in verschiedenen Grün-, Creme- und Weißtönen. Manche Blätter sind überwiegend grün mit einer leichten Marmorierung, während andere deutlich mehr helle Bereiche entwickeln können. Da es sich um lebende Pflanzen handelt, ist das Beispielfoto daher keine Garantie für die exakte Zeichnung jedes einzelnen gelieferten Blattes.
Mit zunehmendem Alter der pflanze können die Blätter länger, schmaler und deutlich größer werden. Bei einem gut kletternden Exemplar können zudem Einschnitte und stellenweise Öffnungen im Blatt entstehen. Dies geschieht jedoch nicht ausschließlich aufgrund des Alters. Auch ausreichend Licht, Wärme, Nährstoffe und vor allem ein guter Kontakt zwischen den Luftwurzeln und einer Kletterhilfe spielen dabei eine wichtige Rolle.
Das angebotene Exemplar steht in einem 10-Zentimeter-Topf und befindet sich in einem Halbwüchsig Wachstumsstadium. Rechnen Sie daher mit einer jungen pflanze, deren ausgewachsene Blattform sich noch weiterentwickeln muss. Die endgültigen Blätter und Ranken können viel größer werden, als die derzeitige Topfgröße vermuten lässt.
Pflege
Epipremnum sp. „Bali Hanoman“ ist widerstandsfähiger, als sein seltenes Aussehen vielleicht vermuten lässt. Dennoch erfordert ein schönes, ausgewachsenes Wachstum mehr, als nur das Überleben des pflanze zu sichern. Für größere Blätter, kurze Abstände zwischen den Blattknoten und eine ausgewogene Panaschierung sind vor allem helles Licht, ein luftiges Substrat und eine gute Kletterhilfe wichtig.
Wer die pflanze ohne Stütze hängen lässt, erhält in der Regel längere Ranken mit kleineren Blättern, die länger im jugendlichen Stadium verbleiben. Das kann zwar dekorativ sein, zeigt aber weniger von der endgültigen Blattentwicklung, für die diese Selektion gesammelt wird.
Licht
Stellen Sie die pflanze in helles, indirektes Licht. Ein Fenster nach Osten oder Westen ist meist geeignet, während bei einem Südfenster ein gewisser Schutz vor der grellen Mittagssonne erforderlich sein kann. Sanfte Morgen- oder Abendsonne wird in der Regel gut vertragen, sofern die pflanze schrittweise daran gewöhnt wird.
Ausreichend Licht fördert das Wachstum des grünen Blattgewebes und verhindert, dass die Ranke übermäßig lange Abschnitte zwischen den Blättern bildet. Dennoch kann zusätzliches Licht keine weiße Zeichnung erzwingen; die genaue Panaschierung wird in der pflanze selbst bestimmt. Licht trägt vor allem dazu bei, dass die vorhandene Zeichnung schön und kompakt auswächst.
Zu intensive Sonneneinstrahlung kann die cremefarbenen und weißen Teile relativ schnell schädigen, da diese wenig bis gar kein schützendes Chlorophyll enthalten. Andererseits führt ein dunkler Standort oft zu langsamerem Wachstum, kleineren Blättern und einer weniger kräftigen Zeichnung.
Temperatur
Eine Temperatur zwischen etwa 20 und 28 °C ist ideal. Die pflanze wächst am aktivsten, wenn die Bedingungen über einen längeren Zeitraum warm und stabil bleiben. Nachts darf die Temperatur etwas sinken, aber versuchen Sie, Werte unter 15 °C zu vermeiden.
Kalte Zugluft kann insbesondere bei jungen Pflanzen zu Wachstumsstillstand, Vergilbung oder Schäden an neuen Blättern führen, die sich gerade entfalten. Stellen Sie die pflanze daher nicht direkt neben eine Außentür oder an kaltes Fensterglas. Im Winter ist ein warmer, heller Standort wichtiger als eine hohe Luftfeuchtigkeit allein.
Substrat und Anbaumethode
Verwenden Sie eine luftige, aber etwas feuchtigkeitsspeichernde Aroidenmischung. Eine Kombination aus hochwertiger Blumenerde oder Kokosfasern mit Orchideenrinde, Perlit und eventuell etwas Bimsstein sorgt für ein gutes Gleichgewicht. Die feineren Bestandteile halten ausreichend Feuchtigkeit zurück, während die gröberen Anteile verhindern, dass sich die Mischung um die Wurzeln herum verdichtet.
Eine vollständig aus grober Rinde bestehende Mischung kann in einem warmen Wohnzimmer zu schnell austrocknen. Dagegen bleibt gewöhnliche, kompakte Blumenerde oft zu lange feucht, was zu Sauerstoffmangel und Wurzelfäule führen kann. Die richtige Mischung fühlt sich nach dem Gießen feucht an, bleibt aber sichtbar locker.
Für eine optimale Blattentwicklung sollte die pflanze am besten an einem Moospfahl oder einer anderen bewurzelbaren Kletterhilfe entlanggeführt werden. Ein trockener Kokosstamm bietet zwar mechanischen Halt, aber ein leicht feuchter Moosstamm gibt den Luftwurzeln mehr Gelegenheit, tatsächlich in den Stamm hineinzuwachsen. Dadurch erhält die pflanze ein stärkeres Signal, nach oben zu klettern, und die ausgewachsene Blattgröße kann schneller erreicht werden.
Luftfeuchtigkeit
Eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 50 bis 70 Prozent ist geeignet. Dadurch entfalten sich neue Blätter leichter und die hellen Blattteile bleiben in der Regel länger schön. Die pflanze kann sich jedoch auch an normale Wohnraumbedingungen anpassen, solange sie nicht direkt neben einem Heizkörper oder in einem ständigen trockenen Luftstrom steht.
Eine höhere Luftfeuchtigkeit muss immer mit einer gewissen Belüftung einhergehen. Denn stehende, ständig feuchte Luft kann Schimmelbildung an den Blattstielen, der Kletterhilfe und der obersten Substratschicht begünstigen. Vor allem in einem Pflanzenschrank ist daher ein kleiner Ventilator wertvoller als das Anstreben einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit.
Gießen
Gießen Sie erneut, wenn die obersten zwei bis vier Zentimeter des Substrats größtenteils ausgetrocknet sind. Befeuchten Sie anschließend den gesamten Wurzelballen und lassen Sie überschüssiges Wasser aus dem Topf ablaufen. Lassen Sie den Innentopf niemals längere Zeit in einer Wasserschicht stehen.
Richten Sie sich beim Gießen nicht nach einem festen Wochenplan. In einer warmen, hellen Umgebung mit aktivem Wachstum verbraucht die pflanze deutlich mehr Wasser als in dunklen Winterwochen. Überprüfen Sie daher sowohl die oberste Schicht als auch das Gewicht des Topfes.
Schlaffe, trockene Blätter und ein sehr leichter Topf deuten meist auf Austrocknung hin. Gelbe, weiche Blätter in Kombination mit dauerhaft nassem Substrat deuten hingegen eher auf zu viel Wasser oder zu wenig Sauerstoff im Wurzelbereich hin. Braune Ränder an den weißen Blattpartien können außerdem durch trockene Luft, unregelmäßiges Gießen oder eine Anreicherung von Düngemitteln entstehen.
Düngung
Geben Sie während der aktiven Wachstumsphase etwa einmal alle drei bis vier Wochen einen verdünnten, ausgewogenen Zimmerpflanzendünger. Eine halbe Dosierung reicht in der Regel aus. Damit erhält die pflanze genügend Nährstoffe für größere Blätter, ohne dass es schnell zu einer hohen Salzkonzentration im Wurzelbereich kommt.
In der dunklen Winterzeit kann die Düngung reduziert oder vorübergehend ausgesetzt werden. Spülen Sie das Substrat außerdem gelegentlich mit reichlich sauberem Wasser durch. Vor allem die hellen Blattpartien können empfindlich auf beschädigte Wurzeln und eine zu starke Anreicherung von Nährsalzen reagieren.
Blüte
Unter normalen Wohnraumbedingungen wird Epipremnum sp. „Bali Hanoman“ wird fast ausschließlich wegen seiner Blätter gehalten. Nur sehr ausgewachsene Pflanzen können unter tropischen Bedingungen einen Blütenstand entwickeln, der aus einem Kolben mit umgebendem Deckblatt besteht. Die Blüte ist jedoch nicht das wichtigste Ziermerkmal und darf bei einer Zimmerpflanze nicht erwartet werden.
Die eigentliche Entwicklung dieser pflanze liegt im Übergang von kleinen, jungen Blättern zu einer ausgewachsenen, kletternden Wuchsform. Für die meisten Sammler ist das Erscheinen des ersten deutlich größeren oder eingeschnittenen Blattes daher interessanter als ein eventueller Blütenstand.
Pflegeaufwand
Der Pflegeaufwand ist gering bis mittel. Die pflanze ist pflegeleichter als viele seltene Anthurien oder samtblättrige Philodendren und passt sich gut an normale Wohnraumbedingungen an. Wer sie lediglich gesund und wachstumsfähig halten möchte, benötigt daher kein spezielles Gewächshaus.
Für die beeindruckende Blattform im ausgewachsenen Zustand ist mehr Aufmerksamkeit erforderlich. Die pflanze muss dann ausreichend Licht erhalten, aktiv emporklettern können und an jedem neuen Knoten Kontakt mit der Kletterhilfe halten. Auch eine gleichmäßige Bewässerung ist wichtig, da Trockenstress ein sich abrollendes Blatt dauerhaft verformen kann.
Für wen ist diese pflanze geeignet?
Diese pflanze eignet sich für Liebhaber, die es spannend finden, die allmähliche Veränderung einer jungen Kletterpflanze zu beobachten. Vor allem Sammler von besonderen Epipremnum-, Monstera- und anderen kletternden Aronstabgewächsen werden die Kombination aus Panaschierung und ausgewachsener Blattentwicklung zu schätzen wissen.
Darüber hinaus ist „Bali Hanoman“ eine gute Wahl für alle, die eine besondere Blattpflanze suchen, ohne sich gleich die Empfindlichkeit einiger exklusiver Gewächshauspflanzen ins Haus zu holen. Wer hingegen sofort ein großes, vollständig eingeschnittenes Blatt erwartet, muss eine Anwachsphase einkalkulieren. Das angebotene Halbwüchsig Exemplar muss zunächst weiter klettern und heranwachsen.
Wie andere Mitglieder der Aronstabgewächse enthält die pflanze reizende Kalziumoxalatkristalle. Halten Sie sie daher außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren, die an Pflanzen kauen könnten. Der Saft kann zudem Hautreizungen verursachen.
Erfahrungen mit der Haltung im Haus, im Gewächshaus oder im Pflanzenschrank
Im Haus wächst diese Epipremnum gut an einem hellen Fenster, vorzugsweise mit einer vertikalen Kletterhilfe. Da die Blätter bei richtiger Pflege immer größer werden können, ist es ratsam, von Anfang an Platz über der pflanze freizuhalten. Andernfalls muss ein zu kurzer Moospfahl schnell verlängert werden.
In einem warmen Gewächshaus oder einem geräumigen Pflanzenschrank wird die pflanze in der Regel schneller Wurzeln schlagen und leichter größere Blätter entwickeln. Achten Sie dabei jedoch auf Luftzirkulation und lassen Sie den Wurzelballen nicht ständig nass bleiben. Für ein kleines Terrarium ist die pflanze weniger geeignet, da die Ranke und die Blätter mit der Zeit zu groß werden. In einer großen tropischen Vitrine kann sie jedoch verwendet werden, sofern sie regelmäßig geführt oder zurückgeschnitten wird.
Zusätzlicher Pflegetipp
Befestigen Sie die Ranke nicht einfach nur am Moospfahl, sondern richten Sie gezielt die Seite mit den Luftwurzeln zum Pfahl aus. Befestigen Sie den Stängel anschließend locker in Höhe der Knoten und binden Sie einen Blattstiel niemals fest. Wenn jeder neue Knoten Kontakt mit der feuchten Kletterhilfe hat, entsteht ein viel kräftigeres Wurzelnetz und die neuen Blätter werden in der Regel schneller größer.
Kurze Produktbeschreibung
Epipremnum sp. „Bali Hanoman“ ist eine besondere Kletter-Aronstabgewächsart mit wechselseitig weiß-grün marmorierten Blättern. Je höher die pflanze emporwächst, desto länger, größer und ausgereifter können die Blätter werden. Eine leicht zu pflegende Sammlerpflanze für Liebhaber, die gerne die Entwicklung vom jungen zum ausgewachsenen Blatt verfolgen.