Paphiopedilum Memoria Rex VanDelden ist eine auffällige Sammlerhybride, bei der die breiten, gestreiften Blüten von Paphiopedilum Lady Isabel mit der goldgelben Farbe und den marmorierten Blättern von Paphiopedilum armeniacum vereint. Das Ergebnis ist ein relativ kompakter Venusschuhe mit großen gelbgrünen bis goldgelben Blüten, feinen mahagonibraunen Längsstreifen und einer vollen, hellgelben, schuhförmigen Lippe.
Gerade die Kombination einer Parvisepalum-Art mit zwei berühmten multifloralen Paphiopedilums macht diese Kreuzung botanisch und optisch interessant. Zudem kann ein ausgewachsenes pflanze mehrere Blüten pro Stiel entwickeln, während das Blatt auch außerhalb der Blütezeit seinen dekorativen Wert behält.
Name und Elternkombination
Die Elternkombination Paphiopedilum Lady Isabel × Paphiopedilum armeniacum ist seit 2001 offiziell als Paphiopedilum Memoria Rex VanDelden registriert. Dies ist daher der korrekte Grex-Name für diese pflanze.
Lady Isabel ist selbst eine historische Primärhybride zwischen Paphiopedilum rothschildianum und Paphiopedilum stonei, registriert im Jahr 1897. Memoria Rex VanDelden besteht daher genetisch zu 50 % aus Paphiopedilum armeniacum, zu 25 % aus Paphiopedilum rothschildianum und zu 25 % aus Paphiopedilum stonei.
„Green Valley“ ist der Klon-Name der verwendeten Armeniacum-Elternpflanze. Dieser Name beschreibt also nicht den endgültigen Sämling, sondern gibt an, welche spezifische Elternpflanze bei dieser Neuauflage des Grex verwendet wurde.
Herkunft
Paphiopedilum Memoria Rex VanDelden kommt als Hybride in der Natur nicht vor. Dennoch ist der natürliche Hintergrund der drei Arten wichtig, um die Wuchsform und die Pflege zu verstehen.
Paphiopedilum armeniacum stammt aus Yunnan im Südwesten Chinas, wo die Art in humusreichen Spalten von Kalksteinhängen wächst. Die Wurzeln breiten sich flach und horizontal durch eine dünne Schicht organischen Materials aus. Zudem bildet diese Art häufig Stolonen, wodurch neue Wachstumspunkte in einiger Entfernung von der Mutterpflanze entstehen.
Paphiopedilum rothschildianum und Paphiopedilum stonei stammen aus Borneo. Beide Arten gehören zu den mehrblütigen Paphiopedilums und tragen ihre Blüten auf kräftigen, aufrecht stehenden Stielen. Lady Isabel verleiht dieser Kreuzung daher größere Blüten, eine dunklere Zeichnung und die Fähigkeit, bei ausgewachsenen Pflanzen mehrere Blüten pro Stiel zu bilden.
Merkmale
Die pflanze bildet fächerförmige Rosetten aus kräftigen Blättern. Durch den Einfluss von Paphiopedilum armeniacum kann das Blatt eine leichte bis deutliche Marmorierung aufweisen. Die Intensität dieser Zeichnung variiert je nach pflanze und wird oft deutlicher sichtbar, wenn neue Blätter unter gut gefiltertem Licht heranwachsen.
Obwohl „Memoria Rex VanDelden“ in der Regel kompakter bleibt als „Lady Isabel“, kann ein gut entwickelter pflanze letztendlich breiter werden, da er neue Triebe neben oder in einiger Entfernung von der alten Rosette bildet. Ein Wachstumspunkt, der am Rand des Topfes erscheint, ist daher nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die pflanze falsch wächst. Es kann sich um eine vererbte, stolonenartige Wuchsform handeln.
Jede ausgewachsene Rosette blüht einmal. Danach bleibt die alte Rosette jedoch wichtig für die Speicherung von Wasser und Nährstoffen, während aus der Basis neue Triebe entstehen. Entfernen Sie ältere Rosetten daher erst, wenn sie vollständig abgestorben sind.
Die Blüten können etwa 12 bis 16 Zentimeter breit werden. Bei der ersten Blüte erscheint manchmal nur eine Blüte, während eine ältere, kräftigere pflanze zwei oder drei Blüten pro Stiel tragen kann. Bei manchen Sämlingen wird die gelbe Farbe zudem intensiver und wärmer, je länger die Blüte offen steht.
Pflege
Aufgrund der unterschiedlichen Herkunft der Eltern erfordert diese Hybride eine ausgewogene Pflege. Einerseits benötigt die pflanze während der aktiven Wachstumsphase gleichmäßige Feuchtigkeit, ähnlich wie die multifloralen Eltern. Andererseits profitiert sie von einer kühleren, etwas trockeneren Winterperiode, was dem Paphiopedilum armeniacum entspricht.
Das Ziel ist es daher nicht, der pflanze eine strenge Ruhephase zu gönnen. Allerdings sollten Bewässerung und Düngung reduziert werden, sobald die Wachstumsphase abgeschlossen ist und die Wintertage kürzer werden.
Licht
Versorgen Sie Paphiopedilum Memoria Rex VanDelden mit hellem, gefiltertem Licht. Etwa 12.000 bis 20.000 Lux sind ein guter Ausgangspunkt. Damit steht die pflanze heller als viele handelsübliche Paphiopedilum-Arten mit marmorierten Blättern, ist aber dennoch vor direkter Mittagssonne geschützt.
Sanfte Morgen- oder Abendsonne wird meist gut vertragen. Dennoch kann heiße Sonne hinter Glas die Blätter schnell gelbgrün färben oder verbrennen. Steht die pflanze hingegen zu dunkel, werden die Blätter lang und schlaff, und die Bildung eines Blütenstiels kann ausbleiben.
Ein gesunder pflanze hat kräftige Blätter von mittelgrüner Farbe. Eine leicht hellere Blattfarbe gegen Ende des Sommers ist nicht unmittelbar problematisch, solange keine deutlichen gelben oder braunen Verbrennungsflecken entstehen.
Temperatur
Diese Hybride wächst am besten unter gemäßigten Bedingungen. Tagsüber sind etwa 20 bis 26 °C geeignet, während die Temperatur nachts vorzugsweise auf 14 bis 18 °C sinkt.
An heißen Sommertagen kann die Temperatur vorübergehend auf bis zu 28 °C ansteigen, sofern die Wurzeln gleichmäßig feucht bleiben und für ausreichende Belüftung gesorgt ist. Anhaltende Hitze ohne nächtliche Abkühlung kann das Wachstum jedoch verlangsamen.
Im Herbst und Winter kann eine Phase mit Nachttemperaturen um 12 bis 15 °C die Blütenbildung fördern. Dennoch muss diese Hybride nicht so kalt kultiviert werden wie manche hochgelegene Armeniacum-Populationen in der Natur. Vor allem bei niedrigeren Temperaturen muss das Substrat luftig bleiben und etwas weiter austrocknen können.
Substrat und Anbaumethode
Verwenden Sie ein feines bis mittelgrobes, luftiges Paphiopedilum-Substrat, das Feuchtigkeit gleichmäßig speichert, ohne sich zu verdichten. Eine Kombination aus feiner Orchideenrinde, Bimsstein oder Perlit und einer geringen Menge losem Sphagnum oder Kokosfasern hat sich bewährt.
Da alle drei Arten ursprünglich aus Gebieten mit mineralischem oder kalkhaltigem Einfluss stammen, kann der Mischung eine kleine Menge Dolomitkalk, zerkleinerte Muscheln oder Kalksteinmehl beigemischt werden. Dies ist besonders hilfreich, wenn Sie ausschließlich Regen- oder Osmosewasser verwenden. Fügen Sie Kalk jedoch sparsam hinzu, da ein hoher pH-Wert oder eine Anreicherung von Mineralien das Wurzelwachstum ebenfalls hemmen kann.
Wählen Sie vorzugsweise einen Topf, der etwas breiter als tief ist. Dadurch erhalten eventuelle horizontale Triebe mehr Platz. Gleichzeitig sollte der Topf nicht unnötig groß sein, da eine große Menge nassen Substrats um einen kleinen Wurzelballen herum leicht sauerstoffarm wird.
Die angebotenen Pflanzen stehen in einem 8-Zentimeter-Topf. Diese Größe mag für eine ausgewachsene Paphiopedilum klein erscheinen, doch Paphiopedilums wachsen oft besser in einem relativ kompakten Topf. Die Bezeichnung „ausgewachsen“ bezieht sich auf die Entwicklungsphase und nicht auf ein großes Topfvolumen oder eine voll ausgewachsene mehrjährige pflanze.
Luftfeuchtigkeit
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 55 bis 75 % ist geeignet. Damit kann diese Hybride in einem normalen, nicht zu trockenen Wohnraum gehalten werden, obwohl ein Gewächshaus oder ein gut belüfteter Pflanzenschrank stabilere Bedingungen bietet.
Die Belüftung bleibt wichtig, insbesondere im Bereich der Rosettenbasis. Stehende, feuchte Luft kann Schimmel und Fäulnis verursachen. Gleichzeitig darf ein Ventilator nicht ständig harte, trockene Luft direkt über die pflanze blasen, da dadurch junge Blätter und Wurzelspitzen austrocknen können.
Besprühen Sie die Blätter nicht täglich. Wasser, das tief zwischen den jungen Blättern stehen bleibt, kann den zentralen Wachstumspunkt schädigen.
Gießen
Halten Sie das Substrat während der aktiven Wachstumsphase gleichmäßig leicht feucht. Gießen Sie erneut, wenn die oberste Schicht zu trocknen beginnt, jedoch bevor der gesamte Wurzelballen knochentrocken wird. Paphiopedilums haben keine Pseudobulben und können daher nur begrenzt Wasser speichern.
Lassen Sie nach jedem Gießen das gesamte überschüssige Wasser aus dem Topf ablaufen. Ein dauerhaft nasser Untersetzer oder Übertopf führt schnell zu Wurzelproblemen.
Im Herbst und Winter darf das Substrat etwas weiter austrocknen, insbesondere wenn die pflanze kühler steht und keine neuen Wurzeln bildet. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um eine harte, trockene Ruhephase. Völlig ausgetrocknete Wurzeln erholen sich zwar, aber nur langsam.
Verwende vorzugsweise Regenwasser, Osmosewasser oder anderes relativ weiches Wasser. Wenn du ausschließlich sehr mineralarmes Wasser verwendest, müssen Kalzium und Magnesium über den Dünger oder eine kleine Menge kalkhaltigen Materials weiterhin zur Verfügung stehen.
Düngung
Geben Sie während des aktiven Blatt- und Wurzelwachstums etwa einmal alle zwei bis drei Bewässerungen eine geringe Dosis Orchideendünger. Ein Viertel bis höchstens die Hälfte der empfohlenen Konzentration reicht in der Regel aus.
Dabei ist regelmäßiges Durchspülen wichtig, da Paphiopedilum-Wurzeln empfindlich auf angesammelte Düngesalze reagieren. Spülen Sie das Substrat daher etwa einmal im Monat gründlich mit sauberem Wasser durch.
Sobald sich das Wachstum im Winter deutlich verlangsamt, kann die Düngung reduziert werden. Beginnen Sie wieder mit regelmäßigerer Düngung, sobald frische Wurzelspitzen oder ein neuer Trieb sichtbar werden.
Blüte
Die Blüte kann zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr eintreten, fällt jedoch häufig in den Zeitraum zwischen Spätwinter und Sommer. Der genaue Zeitraum hängt von der Entwicklung der Rosette, dem Temperaturverlauf und der Herkunft der verwendeten Elternpflanzen ab.
Ein erster blühender Sämling kann eine große Blüte bilden. Je stärker die pflanze wird, desto eher können zwei oder drei Blüten am selben Stiel entstehen. Die Blüten öffnen sich manchmal nicht genau gleichzeitig, wodurch sich die gesamte Blütezeit verlängern kann.
Die Beispielblüte hat eine gelbgrüne bis goldgelbe Grundfarbe mit zahlreichen mahagoni-braunen Längsstreifen. Die breiten seitlichen Blütenblätter zeigen deutlich den Einfluss von Lady Isabel, während die runde, hellgelbe Schale und die warme Blütenfarbe auf Paphiopedilum armeniacum verweisen.
Da es sich um eine Saatgutkreuzung handelt, können Blütenform, Blütenanzahl, Farbintensität und Breite der Streifen je nach pflanze variieren. Der Klon-Name „Green Valley“ bezieht sich auf den Armeniacum-Elternteil und bedeutet daher nicht, dass alle Nachkommen untereinander identisch blühen werden.
Pflegeaufwand
Der Pflegeaufwand ist mittel bis anspruchsvoll. Diese Hybride ist zwar in der Regel robuster als ein reines Paphiopedilum Armeniacum, wächst jedoch nicht so unkompliziert wie eine handelsübliche Paphiopedilum-Hybride.
Vor allem die Kombination aus einem luftigen, kalkhaltigen Substrat, gleichmäßiger Feuchtigkeit und einem kühleren Winter erfordert etwas Aufmerksamkeit. Zudem können durch den Einfluss von Armeniacum neue Triebe am Topfrand oder sogar außerhalb des bestehenden Topfes entstehen.
Die Pflanzen wurden importiert und benötigen nach ihrer Ankunft zunächst Energie für die Regeneration der Wurzeln. Daher ist es ratsam, sie nicht sofort umzutopfen. Warten Sie vorzugsweise, bis neue Wurzelspitzen oder ein frischer Trieb zeigen, dass das pflanze wieder aktiv wächst.
Eine ausgewachsene, nicht blühende pflanze bildet zudem nicht unbedingt unmittelbar nach der Lieferung einen Blütenstiel. Zunächst müssen sich die Wurzeln ausreichend erholen und eine Rosette vollständig ausreifen.
Für wen ist diese pflanze geeignet?
Paphiopedilum Memoria Rex VanDelden eignet sich vor allem für Sammler, die die Form von multifloralen Paphiopedilums schätzen, dabei aber eine kompaktere pflanze, marmorierte Blätter und eine ausgeprägte goldgelbe Blütenfarbe suchen. Auch für Liebhaber von Paphiopedilum armeniacum ist diese Hybride interessant, da sie einen Teil der Farbe und des Wuchses dieser Art mit der größeren Blüte und der potenziell mehrmaligen Blüte von Lady Isabel verbindet.
Dagegen ist diese pflanze weniger geeignet für jemanden, der eine pflegeleichte Fensterbankorchidee mit einer vorhersehbaren jährlichen Blüte sucht. Obwohl die Kultur im Haus möglich ist, benötigt die pflanze ausreichend Licht, eine spürbare nächtliche Abkühlung und eine sorgfältige Bewässerung.
Erfahrungen mit der Haltung im Haus, im Gewächshaus oder im Pflanzenschrank
Im Haus kommt diese Paphiopedilum am besten an einem hellen Ost- oder Westfenster in einem Raum zur Geltung, der nachts abkühlt. Ein dauerhaft warmer Standort über einem Heizkörper ist weniger geeignet. Außerdem muss über den Blättern genügend Platz für den aufrecht stehenden Blütenstiel vorhanden sein.
Ein mäßig warmes Gewächshaus bietet in der Regel die besten Bedingungen. Dort lassen sich Licht, Belüftung, Luftfeuchtigkeit und Temperaturunterschiede leichter im Gleichgewicht halten.
Auch ein geräumiger Pflanzenschrank kann geeignet sein, solange die Temperatur nicht ständig hoch bleibt. Gerade eine etwas kühlere Nacht kann die Blühwahrscheinlichkeit verbessern. Dabei muss die pflanze in ihrem eigenen Topf stehen bleiben, damit der Feuchtigkeitsgehalt des Substrats kontrollierbar bleibt.
Trotz des möglichen stolonartigen Wuchses handelt es sich hierbei nicht um eine Hängepflanze. Ein Trieb, der über den Topfrand hinauswächst, sucht sich einen neuen Ort zum Wurzeln und sollte daher in einen breiteren Topf oder einen benachbarten kleinen Topf geführt werden.
Zusätzlicher Pflegetipp
Wenn am Ende eines horizontalen Ausläufers ein neuer Trieb erscheint, schneiden Sie diesen nicht sofort ab. Stellen Sie zunächst einen kleinen Topf mit luftigem Paphiopedilum-Substrat unter den jungen Trieb. Sobald der Trieb eigene Wurzeln gebildet hat und fest verankert ist, kann er gegebenenfalls von der Mutterpflanze getrennt werden. So bewahren Sie die Wuchskraft und verhindern, dass eine wertvolle neue Rosette ohne Wurzeln zurückbleibt.
Kurze Produktbeschreibung
Paphiopedilum Memoria Rex VanDelden ist der eingetragene Name für Lady Isabel × armeniacum „Green Valley“. Diese besondere Sammlerhybride vereint marmorierte Blätter mit großen gelbgrünen bis goldgelben Blüten, mahagonibraunen Längsstreifen und einem vollen, hellgelben Blütenkelch. Ausgewachsene Pflanzen können zwei oder drei Blüten pro Stiel entwickeln, wobei Farbe und Blütenform je nach Sämling variieren können.